SMS-Verteiler gegen Abschiebungen

10565069_684810048277228_3939746209900889457_nÜber einen SMS-Verteiler/Telefonkette organisieren wir Abschiebeverhinderungen in Osnabrück.
Wer sich am Protest beteiligen und über weitere Abschiebungen informiert werden möchte, kann sich unten auf dieser Seite eintragen oder direkt eine E-Mail mit Handynummer/Festnetznummer an buendnis_gegen_abschiebungen@mail.de (buendnis_gegen_abschiebungen@mail.de) oder eine SMS an 0157-56894008 senden.

Worum geht’s? Einige von euch werden durch das große Medienecho vielleicht schon mitbekommen haben, dass in Osnabrück eine ganze Reihe von Abschiebungen nach dem Dublin-III-Verfahren durch das Osnabrücker Bündnis gegen Abschiebungen verhindert wurden. Das DublinIII-Abkommen legt fest, dass Geflüchtete Menschen nur in dem europäischen Land, in das sie zuerst eingereist sind, einen Asylantrag stellen können. Das Ersteinreiseland ist also für das weitere Schicksal des geflüchteten Menschen zuständig. Für Deutschland, das ja keine EU-Außengrenze hat, eine recht praktische Regelung. Für die Geflüchteten eher weniger, denn die Zustände in den meisten Ersteinreiseländern sind katastrophal: Oft bekommen die Geflüchteten kein Asyl, sondern nur eine “Duldung”, das heißt, dass sie keine Arbeitserlaubnis haben und keinerlei Unterstützung bekommen. Sie werden damit in die Obdachlosigkeit, zum Betteln oder zur Kriminalität gezwungen, um überhaupt irgendwie zu überleben. Dies ist mindestens in Italien, Frankreich und den Niederlanden der Fall. In z.B. Ungarn droht außerdem Haft und Misshandlung.

Das breite Bündnis besteht aus unterschiedlichen Initiativen, wie z.B. “No Lager”, die schon seit ca. 10 Jahren für die Verbesserung der Lebenssituation geflüchteter Menschen aktiv sind, oder das “Rosenplatzquartier”, eine Bürgerinitiative, die die Geflüchteten mit praktischen Dingen wie Deutschkurse, Klamottenbörse u.ä. unterstützt. Organisiert ist das Bündnis über einen SMS Verteiler, der aktiviert wird, sobald ein neuer Abschiebetermin bekannt wird. Für Menschen ohne Mobiltelefon gibt es eine Telefonkette. So versammeln sich 70-100 Aktivist_innen vor der Tür der betroffenen Geflüchtetenunterkunft. Der Protest ist friedlich und niemand wünscht sich eine Eskalation. Bisher ist auch zu keiner gekommen: Wenn genug Aktivist_innen vor Ort sind, zieht die Ausländerbehörde unverrichteter Dinge wieder ab. Meistens werden die Abschiebungen sehr früh am Morgen, zwischen 4:00 und 7:00 Uhr angesetzt.
Wir sind auf eure Unterstützung angewiesen: Je mehr wir sind, desto nachhaltiger ist unser Protest! Hier kann jede_r wirklich etwas verändern: Solidarität zeigen und sich dem menschenverachtenden Asylsystem in den Weg stellen. Ganz konkret. Für ganz konkrete Personen.

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Ein Gedanke zu „SMS-Verteiler gegen Abschiebungen

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