Pressemitteilung: Flashmob auf dem Osnabrücker Weihnachtsmarkt zu „Keine-Spende an das Deutsche Rote Kreuz“

Am Freitag, den 16.12.2016 um 17 Uhr, versammelten sich etwa 30 Menschen für einen Flashmob auf dem Osnabrücker Weihnachtsmarkt. Der Flashmob fand im Rahmen der Keine Spende für das Deutsche Rote Kreuz – Kampagne statt und wurde von der zu Antirassismus arbeitenden politischen Gruppe No Lager Osnabrück organisiert. Die Teilnehmende hatten weiße Maleranzüge mit dem Logo und Motto der Kampagne an. Zunächst mischten sie sich dezentral auf dem Weihnachtsmarkt in die Menge, verteilten Flugblätter und sammelten sich schließlich als Gruppe zusammen – begleitet von einer kleinen Samba-Band. Es wurden Schilder mit Sätzen wie „Köln 2014: Massive sexualisierte Gewalt an geflüchteten Frauen in Kölner DRK-Notunterkunft durch das Personal des Sicherheitsdienstes Adler-Wache.“ Die Aktion sollte ein Zeichen gegen die rassistischen, sexistischen und sexualisierten Gewaltübergriffe und Misshandlungen in den von dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) betriebenen Massenunterkünften und Lagern für Geflüchtete zu setzen. Außerdem wurde sich klar gegen die zentralisierte Unterbringung von geflüchteten Menschen in Lagern ausgesprochen, die strukturelle, rassistische und sexualisierte Gewalt, sowie Diskriminierung begünstigen. Mit dem Betrieb solcher Massenunterkünfte und darüber hinaus auch dem Betrieb von Abschiebelagern, wo Menschen mit vermeintlich geringerem Anspruch auf Asyl separiert werden, handelt das DRK wieder einmal gegen die eigenen humanitären Grundsätze.
Da das DRK eine der größten humanitären Organisationen in Deutschland ist, an die insbesondere in der Weihnachtszeit tausende Menschen Geld spenden, erreichte die Aktion viele Menschen auf dem Osnabrücker Weihnachtsmarkt, um neben den vielfach vertuschten Vorfällen in DRK-Lagern auf faire Spendenalternativen hinzuweisen.

Wir fordern das DRK auf, sich aus dem Geschäft mit Lagerunterbringung und Abschiebungen zurückzuziehen, sowie sich klar von Militarisierung der EU-Außen- und Binnengrenzen zu distanzieren. Außerdem fordern wir das DRK auf, Verantwortung für die Sicherheit der Menschen in den Unterkünften, die sie betreiben zu übernehmen und weiterhin keine Menschen mit rechter Gesinnung als Wachpersonal einzustellen.

Mehr Informationen zu der Kampagne unter: www.keinespende.noblogs.org

Vorschläge für Spendenalternativen:

Watch the med – AlarmPhone
Telefonische Notfallnummer für Geflüchtete in Seenot – Gegen das Sterben im Mittelmeer!
Mehr Infos unter:
www.alarmphone.org/de

proasyl – Der Einzelfall zählt!
Unabhängige deutsche Menschenrechtsorganisation, die sich für den Schutz und die Rechte verfolgter Menschen in Deutschland und Europa einsetzt.
Mehr Infos unter:
www.proasyl.de

Afrique-Europe-Interact
Transnational organisiertes Netzwerk zur Unterstützung Geflüchteter und Migrant_innen in ihren Kämpfen um Bewegungsfreiheit und gleichen Rechten.
Mehr Infos unter:
www.afrique-europe-interact.net

Sea-Watch
Zivile Seenotrettung von Flüchtenden – der Verein organisiert Nothilfe im Mittelmeer und setzt sich für legale Fluchtwege ein.
Mehr Infos unter:
https://sea-watch.org

Ärzte Ohne Grenzen
Medizinische und humanitäre Nothilfe entlang von Fluchtrouten und in Krisenregionen weltweit.
Mehr Infos unter:
https://www.aerzte-ohne-grenzen.de

Direktunterstützung an den Balkangrenzen
Noch immer sitzen Tausende Menschen auf der Flucht in den Ländern der ex-‚Balkanroute‘ fest. In Belgrad unterstützt eine Gruppe von Aktivist*innen diese Menschen.
Mehr Infos unter: https://openborder.noblogs.org/kontakt

You Can’t Evict Solidarity!
Kampagne zur Unterstützung von selbstorganisieren Wohnprojekten von und für Geflüchtete in Griechenland.
Mehr Infos unter: https://cantevictsolidarity.noblogs.org

Our House OM10
Das Haus in Göttingen wurde vor einem Jahr für Wohnraum für Menschen auf und nach der Flucht besetzt. Der Verein hat gerade das Haus gekauft und ist dringend auf Spenden und Direktkredite zur Finanzierung angewiesen.
Mehr Infos unter: https://omzehn.noblogs.org